pan daijing

Fr, 25. Sep 20 | 20.30 Uhr
Tresor-West
Phoenixplatz, 44263 Dortmund

Schwere, seltsame Maschinen-Sonics, unterbrochen von eindringlichen Stimmen oder von Fieldrecordings und Live-Improvisation…die in Guiyang, China, aufgewachsene Daijing konzentriert sich eher auf Sound als auf Musik, was deutlich wird, wenn sie ihre Energie in beunruhigende gezupfte Streicher, Opernstimmen und krachende Sounds über eindringlichen Drone kanalisiert. Und obwohl er irgendwo im Spektrum der Geräuschmusik liegt, schafft ihr Sound ein merkwürdiges Gefühl der Ruhe.

Daijing führt uns mit ihrer digitalen Mixtur in einen Traum, dessen Handlung man nach dem Aufwachen nicht ganz zusammenfügen kann – eine akustische Vision, die Spuren in der Psyche hinterlässt. Seelenverhüllende Äußerungen und ästhetische Klang-Ausbrüche sind die Achsen, um die sie rotiert. Ihre poetische, manchmal unheimlich scheinende Arbeit oszilliert oft entlang paradoxer konzeptueller Zustände und bringt das Herz zum Rasen und die Haut zum Vibrieren. Ihre Live-Performance ist spannend und macht süchtig, und das, obwohl ihre Vorliebe für das Unbequeme durchaus wie eine klangliche Adaption des Unbehagens von David Lynchs „Eraserhead“ anmutet.

Pan Daijing ist Künstlerin, Komponistin und Musikerin, lebt derzeit in Berlin und untersucht experimentelle Modi des Geschichtenerzählens in verschiedenen Disziplinen wie Ton, Bewegtbild und Choreografie. Ihre Performances ziehen die Dynamik und Kraft aus psychologischen und emotionalen Erfahrungen, die zwischen affektiver Intimität und dramatischer Spannung oszilliert. Die sind immersive, sensorische Erfahrungen, die bevorzugt Konzepte der Philosophie und der menschlichen Erfahrung behandeln.